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3 Dialekte in der kroatischen Sprache

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3 Dialekte in der kroatischen Sprache

Beitragvon SchneeeFeee » 21. Mär 2013, 23:56

Die serbokroatische Sprache zählt zu den Südslawischen Sprachen. Kroatisch und Serbisch weisen zum Teil große Ähnlichkeiten auf und wurden früher als eine Sprache, also Serbokroatisch bezeichnet.
Inzwischen gibt es 3 Sprachen, Kroatisch, Bosnisch und Serbisch. (Alternative Bezeichnung wäre Südslawisch oder Mittelsüdslawisch)
Die meisten Untschiede sind aber nicht linguistisch sondern eher in kultureller Hinsicht. So versteht eigentlich jeder (fast) alles nur manche Wörter würde ein Bosnier eher nicht benutzen in seiner Region andere ein Kroate nicht.
Beispiel: Das Wort Familie heißt auf Kroatisch Obitelj - in Bosnien sagt man Porodica.

Das Kroatische beinhaltet 3 Dialekte:
"Stokovci” und “ćakavici” und “Kajkavci”
Die Wörter “Kaj”, “Sto”, “Sta” bedeuten jeweils "was".
Der Kajkavische Dialekt wird in der Region nördlich von Zagreb gesprochen und ist der slowenischen Standardsprache sehr ähnlich.

Der Stokavische Dialekt ist der am weitesten verbreitete und wurde als Grundlage für die Sprachreform im 19. Jahrhundert gewählt.

ćakavisch nennt man den Dialekt der in weiten Teilen Dalmatiens verbreitet war, heute ist er nur noch auf den Inseln und der Halbinsel Istrien zu finden. In diesem Dialekt sind noch Einflüsse aus dem Italienischen zu hören, das findet man nicht je weiter es ins Landesinnere geht.

Zitate aus Wiki

"Die schriftsprachlichen Varietäten des Serbokroatischen beruhen alle auf Formen des štokavischen Dialektes und stimmen im größten Teil der Grammatik und des Wortschatzes überein, unterscheiden sich jedoch in anderen Teilen des Wortschatzes, in vielerlei Details der sprachlichen Norm und im Gebrauch unterschiedlicher Alphabete (im Kroatischen und Bosnischen das lateinische, im Serbischen überwiegend das kyrillische Alphabet). Ob es sich um Varietäten einer einzigen Sprache oder um vier eng verwandte eigenständige Sprachen handelt, ist sowohl in der Sprachwissenschaft (vor allem an Lehrstühlen außerhalb der betroffenen Länder) als auch unter manchen Sprechern selbst umstritten. Beispielsweise sind die Unterschiede zwischen dem Standardserbischen und dem Standardkroatischen viel kleiner als die Unterschiede zwischen etlichen kroatischen Dialekten."

"Traditionelle schriftsprachliche Varietäten

Die Geschichte der südslawischen Völker und infolgedessen auch der südslawischen Sprachen verlief über Jahrhunderte im Bereich der Literatur und der Sprachentwicklung aufgrund der über 500 Jahre dauernden unterschiedlichen Zugehörigkeit des Großteils der Serben zum Osmanischen Reich und der Mehrheit der Kroaten zum Habsburgerreich voneinander größtenteils getrennt.

Sowohl bei den Kroaten als auch bei den Serben entwickelten sich schriftsprachliche Varietäten auf der Grundlage des štokavischen Dialektes, jedoch keine einheitliche, nationalitätenübergreifende Norm. Gleichzeitig existierten bei den Kroaten auch schriftsprachliche Formen des Kajkavischen und des Čakavischen, während bei den Serben bis zur frühen Neuzeit das Kirchenslawische als Schriftsprache verwendet wurde. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts setzte sich durch den russischen Einfluss auf die orthodoxen slawischen Völker des osmanischen Reiches bei den Serben die russische Form des Kirchenslawischen durch, neben die für weltliche Texte eine serbisch-russisch-kirchenslawische Mischsprache trat, die als Slawenoserbisch (slavenosrpski, auch slavjanoserbski) bezeichnet wird."

"Dialekte

Die in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien gesprochenen südslawischen Mundarten sind Teil eines Dialektkontinuums, das über das Serbokroatische hinaus auch das Slowenische, Mazedonische und Bulgarische umfasst. Sie lassen sich in vier Dialektgruppen unterteilen, die nicht deckungsgleich mit den Staatsgebieten sind. Drei der Dialektgruppen sind nach der jeweiligen Form des Fragewortes was? benannt, das selbst aber nur eines von zahlreichen phonologischen und morphologischen Merkmalen ist, die dieser Einteilung zugrunde liegen.

Das Štokavische (nach dem Fragewort für was?: što oder šta) wird in ganz Bosnien und Herzegowina und Montenegro sowie im größten Teil Serbiens und Kroatiens gesprochen. Das Kajkavische (kajkavski; Fragewort kaj was?) ist im nördlichen Kroatien (Karlovac, Zagreb, Koprivnica und Umgebung) verbreitet. Es hat - über das emblematische Wort kaj hinaus - eine größere Zahl morphologischer und lexikalischer Gemeinsamkeiten mit dem benachbarten Slowenischen. Das Čakavische (čakavski; Fragewort größtenteils ča was?) wird im nördlichen und mittleren Teil der kroatischen Küste gesprochen, wobei es größere zusammenhängende čakavische Gebiete auf dem Festland nur um Rijeka und in Istrien gibt, während es weiter südlich meist auf die Inseln (bis einschließlich Lastovo) und auf einen Teil der Küstenorte beschränkt ist. Die Dialekte des südöstlichen Serbiens, die einen Übergang vom Štokavischen zum Mazedonischen und Bulgarischen bilden, werden als Torlakisch bezeichnet. Da das Fragewort was? hier – ebenso wie im Štokavischen, Mazedonischen und Bulgarischen – što lautet, werden die torlakischen Dialekte oft zu den štokavischen hinzugerechnet. Da die eigentliche Grundlage der Einteilung in verschiedene Dialektgruppen jedoch nicht ein einzelnes Wort, sondern eine ganze Reihe phonologischer, morphologischer und syntaktischer Merkmale ist, ist das Torlakische mit seinen morphologisch-syntaktischen Besonderheiten als eigene Dialektgruppe anzusehen.

Das Štokavische lässt sich wiederum in mehrere Untergruppen einteilen. Der auffälligste Unterschied betrifft die verschiedene Wiedergabe des urslawischen Lautes *ě (genannt „Jat“). Nach der Wiedergabe dieses Lautes als ije/je (z. B. urslawisch *světъ > svijet 'Welt' oder *květъ > cvijet 'Blume'), e (svet, cvet) oder i (svit, cvit) werden die štokavischen Dialekte in ijekavische (ijekavica), ekavische (ekavica) und ikavische (ikavica) unterschieden. Ijekavische Dialekte werden in Teilen Kroatiens, dem größten Teil Bosnien-Herzegowinas, ganz Montenegro sowie in den Grenzgebieten Westserbiens gesprochen. Ekavische Dialekte werden im größten Teil Serbiens gesprochen. Ikavische Dialekte kommen in Teilen Dalmatiens, im südlichen Istrien, in der westlichen Herzegowina sowie Teilen Westbosniens und des südlichen Slawoniens vor.

Die Schriftsprache aller vier Nationalitäten baut auf dem Štokavischen auf. Die Kroaten, Bosniaken und Montenegriner verwenden dabei nur das Ijekavische, die Serben in Serbien vor allem das Ekavische, die bosnischen Serben hingegen zum größten Teil das Ijekavische. Daneben gibt es einige seltener vorkommende lautliche Unterschiede im Wortschatz slawischer Herkunft. Des Weiteren gibt es Unterschiede bei der Übernahme von Fremdwörtern: serbisch falsifikovati vs. kroatisch falsificirati; sb. okean vs. kr. ocean; sb. hemija vs. kr. kemija. Grundsätzlich werden Fremdwörter im Kroatischen sparsamer eingesetzt als im Serbischen, während das Bosnische viele Turzismen enthält. Es gibt eine große Anzahl von Regionalismen, deren Verbreitungsgebiet jedoch oft nicht den nationalen Grenzen folgt. Die Unterschiede im Grundwortschatz sind dagegen geringer als etwa zwischen vielen deutschen Dialekten."


(Zitate: Wikipedia "die Serbokroatische Sprache")

wer sich alles durchlesen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Serbokroatische_Sprache
hihi ganz schön viel, ich hab ne stunde gelesen :D aber sehr interessant ;)
SchneeeFeee
 
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